Das Praxisbuch zur Labor-Digitalisierung
Das
digitale
Labor
Prozesse, Daten und Compliance mit alino® sicher digitalisieren
Dr. Elke Spahn · Björn Poleschner
Ein Praxisleitfaden für alle, die Digitalisierung im Labor nicht als Schlagwort wollen, sondern als Entlastung im Alltag.
- Taschenbuch und Hardcover
- 39 Kapitel in 7 Teilen
- Mit Checklisten und 90-Tage-Fahrplan
Probe W-23
· pH 7,2
In Ihrem Labor
kleben noch
Post-Its?
… wo sind
meine Daten?
Probe 17 · Absorption 0,438
Leitfähigkeit: 486 µS/cm
Einwaage: 2,503 g
Kühlschrank 2 · 6,8 °C
Achtung:
Audit am
03. April
Der Alltag im Labor
Wie viel Zeit verliert Ihr Labor jeden Tag, ohne es zu sehen?
Ein Messwert wird am Gerät abgelesen, auf Papier notiert, später in Excel übertragen, im Bericht erneut verwendet und auf einem Etikett von Hand verkürzt. Wochen später fragt ein Auditor: Wer hat was wann, womit, nach welcher Vorschrift und mit welcher Änderungshistorie getan?
- Dann beginnt die Suche.
- In Ordnern.
- In Tabellen.
- In Geräteausdrucken.
- In Köpfen.
Dieses Buch beginnt bewusst nicht mit Software. Es beginnt beim Problem: Papier, Excel, Medienbrüche, handschriftliche Etiketten, isolierte Gerätesoftware, doppelte Erfassung, verlorener Kontext und Audit-Vorbereitung. Erst wenn diese Schwachstellen sichtbar sind, wird klar, welche Digitalisierung wirklich nützt.
Das größte Versprechen des Buches
Audit-Trail
Nie wieder 14 schlaflose Nächte vor dem Audit.
Rollen, Benutzerrechte und Änderungsverfolgung: Wer hat was wann geändert, steht fest, bevor jemand danach fragt.
Für Labormanagement und Technische Assistenz
Rückverfolgbarkeit
Nie wieder Daten suchen, wenn der Kunde danach fragt.
Vom Ergebnis zurück zu Probe, Methode, Gerät, Lösung, Person, Zeitpunkt und Änderung.
Für Laborleitung und Technische Assistenz
Der Weg durch das Buch
Vom Zettel zur Entscheidung
Sechs Stationen, die in fast jedem Labor wiederzuerkennen sind. Das Buch geht sie der Reihe nach durch und zeigt, was sich an jeder Stelle ändern lässt.
Von Zetteln zu geführten Abläufen

Wenn nur Frau K den Ablauf kennt
Frau K weiß, welcher Zettel gilt und wo die fehlende Information steht. Dieses Wissen hält das Labor am Laufen, bis sie einmal nicht da ist.

Excel schafft Ordnung. Und neue Lücken.
Messwerte stehen in Tabellen. Doch welche Version gilt? Wer hat eine Zelle geändert? Und woher stammt der Wert? Das Buch macht die Brüche hinter der Datei sichtbar.

Der Ablauf wird dort geführt, wo gearbeitet wird.
Vorgaben, Prüfschritte und Dokumentation rücken an die Laborbank. Ein geführter Prozess hält fest, was während der Arbeit geschieht.
Vom Messwert zur Entscheidung

Der Messwert muss nicht mehr abgeschrieben werden
Das Buch zeigt, wie Werte direkt vom Gerät oder über strukturierte Dateien in den Ablauf gelangen. Wo das nicht möglich ist, bleibt eine geführte Eingabe mit Kontext.

Aus einzelnen Daten wird ein nachvollziehbarer Prozess
Probe, Gerät, Person und Zeitpunkt gehören zusammen. Etikett, Protokoll und Bericht können aus derselben Datenbasis entstehen, ohne immer neue Abschriften.

Erst saubere Daten machen KI nützlich
Sind Messwerte strukturiert und über Zeit auswertbar, kann KI auf Auffälligkeiten hinweisen. Die fachliche Bewertung und Freigabe bleiben bei Menschen.
Für wen dieses Buch ist
Jeder, der mit dem Labor zu tun hat, liest es mit eigenen Fragen.
Laborleitung
Sie stehen zwischen Tagesgeschäft und Digitalisierungsdruck. Das Buch hilft, die Schwachstellen der eigenen Abläufe zu benennen und einen ersten Schritt zu planen, der sich in Wochen bezahlt macht statt in Jahren.
Qualitätsmanagement
Vor jedem Audit wissen Sie, welche Wochen bevorstehen. Hier lesen Sie, was Normen, ALCOA+ und Datenintegrität tatsächlich verlangen, und was nicht. Weniger Sucharbeit, mehr Nachweissicherheit.
Analytik und Technische Assistenz
Mehr Zeit für Analytik statt Verwaltung. Werte kommen vom Gerät in den Ablauf, Etikett, Protokoll und Bericht entstehen aus denselben Daten, und niemand muss mehr abschreiben.
Geschäftsführung
Sie wollen investieren, aber dort, wo ein klarer Nutzen entsteht. Das Buch zeigt, wie ein Pilotprozess startet, statt ein IT-Großprojekt zu riskieren.
Technische Leitung und IT
LIMS, ELN, LES und ERP: Wer macht eigentlich was? Schnittstellen und Standards wie SiLA 2, OPC UA und REST werden verständlich erklärt.
Labore aller Branchen
Die Szenen aus dem Buch kennt jedes Labor, die Normen und Geräte unterscheiden sich.
- Lebensmittel
- Kosmetik
- Pharma
- Galvanik
- Umwelt
- Chemie
- QC
- Prüfwesen
Was Sie erwartet
Dieses Buch zeigt Ihnen:
- Warum Digitalisierung im Labor oft scheitert, obwohl bereits LIMS, Geräte-Software, Excel und PDF-Ablagen vorhanden sind.
- Wo Medienbrüche entstehen und welche zuerst abgeschafft werden sollten.
- Was echte Rückverfolgbarkeit bedeutet, vom Ergebnis zurück zu Probe, Methode, Gerät, Lösung, Person, Zeitpunkt und Änderung.
- Warum Audit-Trail, Rollen, Benutzerrechte, Datenintegrität und ALCOA+ entscheidend sind.
- Wie ISO/IEC 17025, GMP, GLP, Validierung, Akkreditierung und interne Audits praktisch eingeordnet werden.
- Wie LIMS, ELN, LES, ERP, Schnittstellen, Barcodes, Etiketten, Reports und Datenübergaben zusammenspielen.
- Warum KI im Labor saubere, verknüpfte Daten im richtigen Kontext braucht.
- Wie Sie mit einem Pilotprozess starten, statt ein IT-Großprojekt zu riskieren.
Mit Checklisten, Praxisfragen, typischen Fehlern, Digitalisierungsreifegrad, Audit-Readiness-Checkliste und 90-Tage-Umsetzungsfahrplan führt das Buch von der Analyse zur Handlung.
Inhaltsverzeichnis
Teil IDas analoge Labor5 Kapitel
- 1Die alte Ordnung: Papier, Excel und Erfahrung
- 2Wo analoge Prozesse stark waren – und wo sie scheiterten
- 3Medienbrüche: Der unsichtbare Zeitfresser
- 4Rückverfolgbarkeit: Wenn später niemand mehr genau weiß, was passiert ist
- 5Der Audit-Moment: Warum fehlende Daten erst auffallen, wenn es weh tut
Teil IIDie Gegenwart5 Kapitel
- 6Digitalisierung ist nicht Integration
- 7Daten gibt es genug – nur selten dort, wo man sie braucht
- 8LIMS, ELN, LES und ERP: Wer macht eigentlich was?
- 9Der letzte Meter im Laborprozess
- 10Die größten Hürden: Strategie, Schnittstellen, Akzeptanz und Sicherheit
Teil IIIQualität, Normen und Compliance5 Kapitel
- 11Warum Normen digitale Prozesse erzwingen, ohne es direkt zu sagen
- 12Datenintegrität: Was ALCOA+ im Labor wirklich bedeutet
- 13Audit-Trail, Benutzerrechte und Änderungsverfolgung
- 14Validierung: Warum gute Digitalisierung prüfbar sein muss
- 15Akkreditierung und Zertifizierung: Was digitale Workflows leisten – und was nicht
Teil IVDas digitale Labor als Architektur5 Kapitel
- 16Von der Insellösung zur Integrationsschicht
- 17Schnittstellen und Standards: SiLA 2, OPC UA, REST und Co. – verständlich erklärt
- 18Geräte, Proben, Methoden, Menschen: Datenkontext entsteht im Zusammenhang
- 19Reports, Etiketten, Barcodes und Datenübergabe
- 20Das KI-fähige Labor: Warum künstliche Intelligenz saubere Daten braucht
Teil Valino® in der Laborpraxis8 Kapitel
- 21Warum alino® als Prozesssystem gedacht werden sollte, nicht als Gerät
- 22alino® Recipe: Rezepturen digital führen, dokumentieren, reproduzieren
- 23Standardisierte Workflows statt freier Improvisation
- 24Etikettierung, MHD, H-/P-Sätze und GHS im digitalen Prozess
- 25Audit-Trail und Datenintegrität im Arbeitsalltag
- 26alino® Connect: Bestehende Geräte in digitale Abläufe einbinden
- 27Reports und Datenübergabe: Vom Messwert zur nutzbaren Information
- 28Titration softwaregeführt: berechnet, dokumentiert, weitergegeben
Teil VIUmsetzung6 Kapitel
- 29Der digitale Reifegrad des eigenen Labors
- 30Der erste Prozess: Womit man sinnvoll beginnt
- 31Pilotprojekt statt Großbaustelle
- 32Validierung, Schulung und Akzeptanz
- 33Einführung in kleinen, mittleren und regulierten Laboren
- 34Fehler, die man vermeiden sollte
Teil VIIAusblick5 Kapitel
- 35Das Labor der nächsten zehn Jahre
- 36Digitalisierung gegen Fachkräftemangel
- 37Nachhaltigkeit, Ressourceneinsatz und Prozesssicherheit
- 38Von Daten zu Entscheidungen
- 39Schluss: Digitalisierung mit Hand und Verstand
AnhangChecklisten, Glossar und Fahrplan6 Anhänge
- AGlossar
- BCheckliste Digitalisierungsreife
- CAudit-Readiness-Checkliste
- DFragenkatalog für Laborleitung, QM und IT
- EUmsetzungsfahrplan 90 Tage
- FQuellen und weiterführende Hinweise
Erst das Werkzeug, wenn der Prozess steht
Erst das Problem,dann der Prozess,dann das Werkzeug.
Im fünften Teil nennt das Buch ein konkretes System: alino® von Gravitech, ein digitales Prozesssystem für Rezepturen, Geräteanbindung und Dokumentation im Labor. Damit lässt sich die Architektur an einem Werkzeug durchspielen.
Die ersten zwanzig Kapitel gelten für jedes Labor, unabhängig davon, welche Software am Ende arbeitet. Wo alino® etwas gut löst, steht das im Buch. Wo Voraussetzungen und Grenzen liegen, auch.
alino® ist eine eingetragene Marke der Gravitech GmbH.
Teil V: alino® in der Laborpraxis
- 21Warum alino® als Prozesssystem gedacht werden sollte, nicht als Gerät
- 22alino® Recipe: Rezepturen digital führen, dokumentieren, reproduzieren
- 23Standardisierte Workflows statt freier Improvisation
- 24Etikettierung, MHD, H-/P-Sätze und GHS im digitalen Prozess
- 25Audit-Trail und Datenintegrität im Arbeitsalltag
- 26alino® Connect: Bestehende Geräte in digitale Abläufe einbinden
- 27Reports und Datenübergabe: Vom Messwert zur nutzbaren Information
- 28Titration softwaregeführt: berechnet, dokumentiert, weitergegeben
Leseprobe
Kapitel 1 zum Probelesen
Die alte Ordnung des Labors war kein Chaos. Warum Digitalisierung trotzdem nicht bei der Software beginnt, lesen Sie hier im ersten Kapitel des Buches.
Teil I · Das analoge Labor
Kapitel 1Die alte Ordnung: Papier, Excel und Erfahrung
Wer verstehen will, warum Digitalisierung im Labor so oft schiefgeht, muss zuerst verstehen, was sie ersetzen soll. Die alte Ordnung des Labors war kein Chaos. Sie war ein über Jahrzehnte gewachsenes, erstaunlich robustes System aus Papier, Gewohnheit und Erfahrung. Man tut ihr unrecht, wenn man sie als rückständig abtut – und man scheitert an ihr, wenn man sie nicht ernst nimmt.
Das Laborjournal: Gedächtnis mit Kaffeerand
Im Zentrum der alten Ordnung stand das Laborjournal. Ein gebundenes Buch, nummerierte Seiten, dokumentenechter Stift. Wer eine Lösung ansetzte, trug ein: Datum, Substanz, Einwaage, Zielkonzentration, Kürzel. Wer sich verschrieb, strich durch – einmal, lesbar, mit Kürzel daneben. Kein Tipp-Ex, kein Herausreißen. Diese Regeln waren keine Bürokratie. Sie waren gelebte Datenintegrität, lange bevor jemand dieses Wort benutzte: Jeder Eintrag blieb einer Person, einem Zeitpunkt und einer Änderungshistorie zuordenbar.
Daneben lagen die Formblätter: Probeneingangsbuch, Prüfprotokolle, Durchschreibsätze für den Bericht. Am Gerät hingen die Ausdrucke – schmale Thermopapierstreifen mit Messreihen, abgerissen, abgeheftet oder mit Büroklammer an das Protokoll geheftet. Wer je versucht hat, einen fünf Jahre alten Thermodruck zu lesen, kennt das Problem: Das Papier vergilbt, die Schrift verblasst, und mit ihr der Beleg. Man klebte die Streifen deshalb auf Kopierpapier und kopierte sie, zur Sicherheit. Aus einem Messwert wurden so drei Blätter.
Dieses System hatte einen unschätzbaren Vorteil: Es funktionierte immer. Es brauchte keinen Strom, kein Update, keine Schulung. Ein neues Prüfverfahren? Ein neues Formblatt, fertig. Ein Stromausfall? Das Journal lag trotzdem auf dem Tisch. Papier ist geduldig, ausfallsicher und für jeden sofort verständlich. Das ist der Grund, warum es sich so lange gehalten hat – und warum es sich in vielen Laboren bis heute hält.
Dann kam Excel
Irgendwann in den Neunzigern zog der erste PC ins Labor ein, und mit ihm die Tabellenkalkulation. Excel war für das Labor eine Befreiung. Endlich rechnete die Verdünnungsreihe sich selbst. Endlich ließen sich Messreihen sortieren, Mittelwerte bilden, Diagramme zeichnen. Endlich musste niemand mehr mit dem Taschenrechner Konzentrationen umrechnen und hoffen, sich nicht vertippt zu haben. Wer damals dabei war, erinnert sich an das Gefühl: So sieht Fortschritt aus.
Excel wurde deshalb nicht eingeführt, es wucherte. Jede Abteilung baute ihre Listen, jeder Kollege seine Variante. Die Probenliste bekam Spalten dazu, dann Reiter, dann Verknüpfungen auf andere Dateien. Formeln entstanden, die nur ihr Erfinder verstand – und der verließ irgendwann das Haus. Es entstanden Dateinamen wie „Probenliste_2025_v3_final_KORRIGIERT.xlsx“, und niemand konnte mehr mit Sicherheit sagen, welche Version auf welchem Laufwerk die gültige war. Wer einen Wert änderte, hinterließ keine Spur: kein Wer, kein Wann, kein Warum. Das Laborjournal hatte Durchstreichen mit Kürzel verlangt. Excel verlangte nichts.
Das ist die stille Ironie dieser Epoche: Mit dem Umstieg von Papier auf Tabellen wurde das Labor schneller – und verlor gleichzeitig eine Disziplin der Nachvollziehbarkeit, die es auf Papier längst besessen hatte. Die Tabelle sah ordentlicher aus als jede Kladde. Sie war es nicht.
Der Rest lief über Erfahrung
Was weder im Journal noch in der Tabelle stand, lebte in Köpfen. Welche Charge des Reagenzes zickt. Welches Gerät montags erst warmlaufen muss. Wie man die Vorschrift auslegt, wenn die Probe trüb ist. Bei welchem Kunden der Bericht anders aufgebaut sein muss. In fast jedem Labor gibt es diesen einen Satz, der das ganze System zusammenfasst: „Fragen Sie Frau K., die weiß das.“
Erfahrungswissen ist ein Schatz, und kein digitales System wird es je vollständig ersetzen. Aber ein Prozess, der ohne Frau K. stillsteht, ist kein Prozess. Er ist eine Abhängigkeit. Solange die Mannschaft stabil blieb und die Probenzahlen überschaubar, fiel das nicht auf. Die alte Ordnung war auf Kontinuität gebaut – auf Menschen, die zwanzig Jahre bleiben und ihr Wissen am Nebentisch weitergeben. Genau diese Voraussetzung bröckelt heute zuerst.
Was die alte Ordnung konnte – und was ihr fehlte
Bleiben wir fair. Die alte Ordnung hatte Stärken, von denen manches Digitalprojekt nur träumen kann: Sie war robust, sofort verständlich, billig im Einstieg und beliebig flexibel. Sie erzwang an entscheidenden Stellen sogar Disziplin – das Journal mit seinen Regeln war gelebte Nachvollziehbarkeit. Und sie trug Labore durch Jahrzehnte, in denen Aufträge erledigt, Chargen freigegeben und Audits bestanden wurden.
Aber sie hatte strukturelle Lücken, die sich nicht wegorganisieren ließen, sondern nur mit immer mehr Fleiß überdecken:
Keine durchgängige Datenbasis. Derselbe Wert existierte dreimal – am Gerät, im Journal, in der Tabelle – und niemand konnte garantieren, dass alle drei übereinstimmen.
Keine automatische Protokollierung. Dokumentiert wurde, was ein Mensch aufschrieb. Was er vergaß, war nie geschehen.
Keine manipulationssichere Historie außerhalb des Journals. Eine geänderte Zelle in Excel hinterließ keine Spur.
Keine echte Wiederholbarkeit. Ob zwei Kollegen dieselbe Lösung identisch ansetzten, hing an Vorschrift, Auslegung und Tagesform.
Keine Echtzeittransparenz. Wo eine Probe stand und wie weit sie war, wusste, wer aufstand und nachsah.
Kein schneller Zugriff im Ernstfall. Die Rekonstruktion einer Charge war Archäologie: Ordner, Journale, Streifen, Köpfe.
Jede dieser Lücken war für sich genommen beherrschbar, und Labore haben sie jahrzehntelang beherrscht – mit Sorgfalt, Überstunden und guten Leuten. Teuer wurden sie erst im Zusammenspiel mit drei Entwicklungen, die niemand aufhalten konnte: Die Datenmengen wuchsen mit jedem neuen Gerät. Die Normen fragten immer genauer nach Rückverfolgbarkeit und Änderungshistorie. Und die guten Leute wurden weniger, gingen in Rente oder wechselten – und nahmen das System in ihren Köpfen mit.
Von diesem Punkt an kippt die Rechnung. Nicht, weil das analoge Labor plötzlich schlechter arbeitete. Sondern weil der Preis für seine Lücken stieg: in Suchstunden, in Doppelarbeit, in Auditvorbereitung, in Fehlerrisiko. Wo genau diese Kosten entstehen und warum sie im Alltag so lange unsichtbar bleiben, ist Thema der nächsten Kapitel.
Was das für Ihr Labor bedeutet
Die alte Ordnung war gut – für eine Welt mit weniger Daten, stabileren Teams und geduldigeren Auditoren. Diese Welt gibt es nicht mehr. Wer heute digitalisiert, sollte deshalb nicht das Papier verachten, sondern von ihm lernen: Das Laborjournal hat vorgemacht, wie Nachvollziehbarkeit aussieht. Die Aufgabe ist nicht, Zettel durch Bildschirme zu ersetzen. Die Aufgabe ist, die Disziplin des Journals in Prozesse zu übertragen, die sie automatisch erledigen – ohne dass jemand daran denken muss. Alles Weitere in diesem Buch baut auf diesem Gedanken auf.
Weiter geht es mit Kapitel 2 im Buch.
Die Autoren
Zwei Autoren, ein Blick auf die Praxis
Wenn Ihr Labor gut arbeitet, aber seine Prozesse es nicht gut genug zeigen können, ist dieses Buch für Sie geschrieben.
- Titel
- Das digitale Labor
- Untertitel
- Prozesse, Daten und Compliance mit alino® sicher digitalisieren
- Autoren
- Dr. Elke Spahn, Björn Poleschner
- Verlag
- Polar Publishing, Heiden
- Taschenbuch
- ISBN 978-3-69453-009-1
- Hardcover
- ISBN 978-3-69453-010-7